#dies&das: Kommt runter, raucht eine Tüte, chillt ein wenig

Rezensionen!

Niemand, der schreibt, kann sich davon freisprechen, hin und wieder die Rezensionen zu den eigenen Büchern zu lesen. Dabei liegen Freud und Leid dicht beieinander. Klar entzückt mich eine tolle 5-Sterne Rezension. Wer wird nicht gerne gelobt? Auf der anderen Seite bin ich enttäuscht, wenn die Rezension nicht so gut ausfällt. Aber damit muss eine Autorin, ein Autor umgehen können. Es gehört einfach zur Schriftstellerei dazu. Ich habe damit grundsätzliche keine Probleme, sage mir:

 

Die Geschmäcker sind unterschiedlich, ich kann es nicht jedem recht machen.

 

So weit so gut. Manchmal aber frage ich mich: Warum wählt der Rezensent/die Rezensentin einen fast beleidigenden Ton? Warum schreibt man von »Schund« oder »solches Geschreibe«. Warum regt man sich in einem Unterhaltungsroman (!) über einen einfachen Satzbau auf? Warum wird immer wieder das Wort »Klischee« herangezogen? Oder »Stereotypen«? Besonders nachdenklich werde ich bei: »Warum hier so viele das Buch so gut bewerten, ist mir ein Rätsel.« Oder ähnlich. Wenn ich diesen Satz "übersetze" steht dort: »Ihr seid alle doof, weil ihr nicht erkennt, wie blöd der Roman ist.« Oder bei einer anderen Auslegung: »Die guten Rezensionen sind alle gekauft.«

Dabei ist es doch so einfach zu erklären, nämlich, wie oben schon geschrieben und an dieser Stelle gerne wiederholt: Die Geschmäcker sind unterschiedlich.

Bild zeigt eine ein Sterne Bewertung

Und ganz ehrlich: Ich als Autor weiß, wie ich schreibe. Mancher Rezensent scheint jedoch etwas anderes zu vermuten. Also, ich benutze durchaus auch Klischees, um rasch ein Bild zu erzeugen und die Handlung voranzutreiben. Das ist Absicht, somit mir bewusst! Auch bevorzuge ich zur besseren Lesbarkeit einen einfachen, gut strukturierten Satzbau (was im übrigen oft schwieriger umzusetzen ist, als ausschweifend zu schreiben). Ich werde dabei sogar von meinem Schreibprogramm unterstützt, das eine Lesbarkeitsanalyse bietet. Das alles kann man als Rezensent natürlich ankreiden, keine Frage.

 

Nur sollte es man dann nicht so darstellen, als wäre man investigativ unterwegs gewesen und deckt jetzt einen Skandal ähnlich schwerwiegend wie die Watergate-Affäre auf.

 

Chillt bitte ein wenig, bevor ihr Rezensionen verfasst. Und dann versucht, ein wenig sachlicher zu werten. So kann ich vielleicht etwas mitnehmen. Hilft doch allen mehr, als ein Rundumschlag, oder?