#10 Push It! Augenkontakt

Deine Lesung hat begonnen, du liest. Die ersten Hürden sind übersprungen, dein Lampenfieber reduziert sich zu einem lauen Flämmchen. Gut so! Jetzt gilt es, Kontakt mit dem Publikum aufzunehmen.

 

Löse daher ab und an deinen Blick vom Manuskript!

 

Setze ein Lächeln auf, schau in die Runde, suche den Kontakt zu den Zuhörerinnen und Zuhören. Dein Publikum möchte, dass du mit ihnen interagierst, sie wollen nicht nur eine »Masse« sein, die im Dunklen sitzt und dir lauscht. Das gilt insbesondere für deine Vorlesepassagen. Einige Sätze wirst du - solltest du regelmäßig geübt haben - auswendig rezitieren können. Das sind die idealen Stellen, um ins Publikum zu schauen.

 

Schreibe dir notfalls am Rand deines Textes die Anweisung »Hochschauen!« auf.

 

Und denk daran, nicht immer in die gleiche Richtung zu blicken, schließlich willst du alle erreichen.

 

Tipp 1: Wenn dich ein direkter Augenkontakt verunsichert, hefte deinen Blick auf die Stirn deines Gegenübers. Er wird den Unterschied bei dem Winkel und Entfernung nicht bemerken.

 

Tipp 2: Suche dir links, rechts und in der Mitte des Publikums je eine Person, die dir sympathisch ist, beziehungsweise freundlich lächelnd deinen Vortrag verfolgt. Dorthin schaust du abwechselnd. Somit deckst du geschickt den ganzen Zuhörerraum ab und erntest gleichzeitig Mut und Zuspruch für dich selbst. Im Umkehrschluss: Meide den Augenkontakt zu »Stoffels«. Sie verunsichern dich, denn du wirst unbewusst darüber nachsinnen, warum dein Text dort nicht positiv ankommt.

Bild zeigt einen star blickenden Uhu

Tipp 3: Übe das Hochblicken zeitgleich mit deinem Text. Stell dir beim Übungslesen vor, dein Publikum ist bereits anwesend. Schau zu ihnen, während du vorliest. Du findest dabei rasch die Stellen in deinem Text, bei denen dir ein Blick ohne Irritationen gelingt. Das wird dir Sicherheit geben.

 

Bei deinen ersten Lesungen wird dir das Hochschauen vollste Konzentration abnötigen.

 

Schließlich musst du nach deinem Blick auch wieder in den Text zurück, die richtige Stelle wiederfinden. Das abwechselnd flüssig hinzubekommen ist anstrengend. Ich verspreche dir aber: Übung macht den Meister. Irgendwann wirst du nicht mehr darüber nachdenken, es wird dir in Fleisch und Blut übergehen, und du wirst es weitestgehend automatisch durchführen. Du wirst deine Routine finden.