#9 Push It! Atmung

Zur richtigen Atmung beim Vorlesen könnte ich ein eignes Buch verfassen, ein Seminar anbieten, mich als Coach zur Hilfe rufen lassen. Da ich damit aber nicht der erste auf dem Markt wäre, lasse ich es bleiben. Du findest zahlreiche Angebote, die dir helfen, deine Atmung zu verbessern. Warum du das tatsächlich tun solltest?

 

Deine Atmung beeinflusst deine Stimme, dein wichtigstes Werkzeug.

 

Obwohl die Angebote zum Atemtraining so mannigfaltig sind, möchte ich dir für den Einstieg hier trotzdem einige Punkte nennen, auf die du achten könntest/solltest:

 

  • Du musst genug Luft in den Lungen haben, damit deine Stimme kräftig klingt. Bei Nervosität redet man häufig zu viel, ohne ausreichend Luft zu holen. Die Stimme wird somit immer dünner, die Bandbreite deiner Stimmlage leidet darunter ebenfalls. Man neigt dann dazu, die Luft aktiv und heftig einzuziehen, man »schnappt nach Luft«. So kannst du natürlich keine Lesung über die Bühne bringen. Daher mein Rat: Lass dir Zeit. Spürst du, in Hektik zu verfallen, dann mach eine Pause von einigen Sekunden, schaue langsam von links nach rechts und lass deinem Körper somit Zeit genug, wieder zu Atem zu kommen. Wenn du das einige Male beherzigt hast, wirst du als schönen Nebeneffekt feststellen, dass dein Publikum diese Pausen genießen wird.
Bild zeigt eine Frau, die die Arme ausbreitet und Luft holt
  • Quetsche nie die letzte Luft aus den Lungen, nur um einen Satz zu Ende zu bringen. Bemerkst du beim Üben, dass ein Satz für dein Lungenvolumen zu lang ist, kürze ihn oder teile ihn in zwei Sätze auf.

  • Sport erhöht dein Lungenvolumen und hilft gegen Kurzatmigkeit.

  • Zwerchfellatmer sind klar im Vorteil. Das Zwerchfell ist der wichtigste Atemmuskel, doch die meisten von uns nutzen ihn kaum. Besuche einen Yoga-Kurs, um das richtige Atmen zu lernen.

  • Blockaden und Schmerzen hindern oft beim Atmen. Man atmet flach und hastig. Bekämpfe die Ursachen (so weit möglich), um zum »normalen« Atmen zurückkehren zu können.

  • Setz dir einen wiederkehrenden Tagestermin in deinen Kalender. Zehn Minuten, in denen du dich hinsetzt und dich nur auf deine Atmung konzentrierst. Schaffe eine Atem-Routine, die dich mit der Zeit unterbewusst dazu bringt, gesünder zu atmen. Nutze die 4-6-8-Sekunden-Methode: 4 Sekunden durch die Nase einatmen, 6 Sekunden die Luft einhalten, dann 8 Sekunden über den Mund die Luft ausströmen lassen. Übrigens: Mehrmals am Tag eine bewusste kurze Pause für das Durchatmen einzulegen hilft auch gegen Stress. Es gibt Apps, die dich dabei unterstützen.

  • Zunge und Zwerchfell beeinflussen sich gegenseitig. Eine einfache Übung ist, die Zungenspitze bei geschlossenem Mund an die Zähne und an den Gaumen zu drücken. Anschließend atmest du bewusst und langsam durch die Nase ein uns aus. Diese Übung kannst du leicht einbauen, unterwegs in der Bahn, in einem Wartezimmer, viele Möglichkeiten stehen dir offen.

 

Wie oben schon gesagt, das sind nur einige Vorschläge, wie du deine Atmung verbessern kannst. Aber ich denke es reicht, damit du in das Thema einsteigen und die Sache angehen kannst. Viel Erfolg beim »Luft pumpen«.