#dies&das: Aye! Die Schotten und ich

Letzte Woche war ich auf Recherchenreise in Schottland. Mein dritter (derzeit in Planung) Roman der Agnes-Papen-Reihe (1. Roman "Heldenflucht", Jan Kilman, Heyne 2017) wird sich mit Nessie befassen. Also startete ich mein Recherchenmobil und fuhr los. Mit der Fähre ging es von Amsterdam nach Newcastle, von dort nach Edinburgh, weiter nach Inverness, rund um Loch Ness und zurück.

Bild zeigt eine Fähre

Einige meiner Highlights möchte ich euch hier schildern.

 

"Aye" von wegen

 

Ich erwartete, sofort und überall in Schottland ein "Aye" zu hören. Schließlich bin ich fleißiger "Outlander-Seher", und die Krimireihe rund um die Kommissare Frey und McGray habe ich auch gelesen. Dort ist jedes dritte Wort ein "Aye". Und jetzt die Überraschung: Ich habe nicht ein einziges Mal eine "Aye" vernommen! Niet! Scheint also eher ein Relikt aus einer vergangenen Epoche zu sein.

 

Ver-Linkte Welt

 

Die Briten haben das Lenkrad auf der falschen Seite im Auto, also rechts. Also alle, die dort mit gelben Nummernschildern rumfahren. Weil das Überholen einfach ist, wenn man dabei grundsätzlich auf der linken Seite der Straße fährt, fahren die Briten konsequent auch auf dieser Straßenseite. Folgerichtig habe ich sicherheitshalber meinen deutschen Dickschädel in die Schranken gewiesen und vorgezogen, mich anzupassen. Stellte sich auch nicht als großes Problem heraus - sieht man vom Überholen ab. Autobahnen habe ich dort oben im Norden kaum kennengelernt. Die Hauptverbindungsstraßen sind bestenfalls eher zweispurige (bereits Luxus) Schnellstraßen in jede Richtung. Angenehm war tatsächlich das Tempolimit. Kaum einer rast oder drängelt auf der Insel (was kein Wunder ist, denn das Tempolimit wird selbst auf Landstraßen streng überwacht. Ich habe noch nie derart viele Blitzer gesehen), alle nehmen Rücksicht aufeinander. Und dann gibt es noch die Kreisverkehre. Überall, selbst auf den Schnellstraßen, geht es rund herum, durchaus auch mal mit 6 Spuren. Daran musste ich mich echt gewöhnen.

Bild zeigt ein parkendes Auto, im Hintergrund Loch Ness

Ein besonderes Treffen

 

Als ich am Loch Ness war, traf ich zufällig den bekanntesten Nessie-Forscher Adrian Shine. Ich erlaubte mir, ihn anzusprechen, um ein wenig über Nessie zu fachsimpeln. Er war sichtlich erfreut, dass einer vom Kontinent ihn erkannt hat. Für ein Fanfoto stand der wahre Gentleman am Ende auch noch still. Vielen Dank, Mr. Shine.

Bild zeigt Adrian Shine nebst Autor und Frau

Diana Gabaldon "Clanstein" gefunden

 

Wie ich ja schon hier in einem anderen Beitrag berichtet habe, besuchte ich auch das Schlachtfeld von Cullodon. Am 16. April 1746 hatten die Royalisten genug von den widerspenstigen Schotten und machten dem von Bonnie Prince Charlie initiierten Aufstand ein blutiges Ende. Die Schlacht war eher ein Abschlachten als eine faire Partie. Rund 5.600 Schotten schwangen ihre Säbel, was die mit Gewehren bewaffneten 9.000 Royalisten wohl wenig beeindruckte. Die Geschichte der Schlacht im Kopf stand ich also im Schneetreiben ("Schottischer Frühling") auf dem Schlachtfeld und ... wunderte mich. Eine moorige Hochebene, keine Möglichkeit, sich hinter Bäumen oder Felsen vor dem Kugelhagel in Sicherheit zu bringen. Ich fragte mich: Wie verzweifelt - oder dumm- musste man auf schottischer Seite gewesen sein, um hier eine offene Schlacht auszutragen? Das Ganze war vom ersten Moment ganz offensichtlich zum Scheitern verurteilt. Die Schotten wurden in eine Schlacht geschickt, die nur mit einem Blutvergießen enden konnte. Nachdenklich verließ ich die Hochebene ... und fand dann noch den "Clanstein" von Diana Gabaldon.

Bild zeigt den Clanstein von Diana Gabaldon

"Das Essen der Briten ist ungenießbar!"

 

Wer das behauptet, war noch nie auf der Insel. Sogar in Pubs habe ich lecker und relativ preiswert essen können. Ja, gut, zugegeben, an Haggis habe ich mich nicht herangetraut. Aber ich muss mir ja auch noch eine kulinarische Herausforderung für die nächste Reise nach Schottland offenhalten 😉

Bild zeigt einen Hamburger und Fritten

Terminator

 

Als Fazit möchte ich den Terminator zitieren: "I'll be back!" Ich denke, damit ist alles gesagt 😊