#3 Push It! Abgreifer

Ab und an triffst du auf eine Spezies, die ich Abgreifer nenne. Sie verwickeln dich in ein Gespräch, lullen dich ein, erzählen dir, wie wichtig sie sind und wo sie dich überall unterbringen können - und dann bitten sie dich um ein Rezensionsexemplar. Was nun? Du glaubst an das Gute im Menschen (eigentlich löblich), willst zudem nicht unhöflich sein und gibst eins deiner kostbaren Bücher aus der Hand. Der Abgreifer bedankt sich, verabschiedet sich freundlich … und das war es dann.

 

Auf Nimmerwiedersehen entschwunden.

 

Ärgerlich. Aber wie besser machen, fragst du dich jetzt? Immerhin könnte ja mal ein Jackpot darunter sein, und die Chance willst du dir nicht entgehen lassen? Alles verständlich, daher muss eine Strategie her. Also: Bist du Verlagsautor/-in dann ist es relativ einfach: Du gibst dem vermeintlichen Abgreifer eine Kontaktadresse im Verlag, über der er sich ein Rezensionsexemplar anfordern kann. Das schützt nicht davor, dass der Abgreifer dann dort abgreift, aber die Verlage sind sensibilisiert im Umgang mit derartigen Pappenheimern. Sie werden wissen, wenn jemand immer und immer wieder abgreift und keine Gegenleistung erbringt - und werden dann irgendwann dem Treiben einen Riegel vorschieben. Hinzu kommt, dass du nicht eins deiner teuer eingekauften Bücher herausgeben musst.

 

Denke also daran, immer die Kontaktadresse des Verlages zur Hand zu haben.

Bild zeigt eine Person, die eine Karte mit einem Fragezeichen vor das Gesicht hält

Gehörst du zu den SelfPublishern dann lässt du dir die Adresse des vermeintlichen Abgreifers mit der Zusicherung geben, ihm ein Buch zuzusenden. Damit eröffnest du dir die Möglichkeit, vorher recherchieren zu können, wer dich eigentlich um ein Buch gebeten hat. Ist dir das zu umständlich, und du möchtest doch sofort handeln und ein Buch mitgeben, dann sei mutig und stelle Rückfragen. Für was genau wird das Exemplar benötigt? Wo soll die Rezension erscheinen? Wie ist der Name des Blogs, der Zeitung? Lass dir die Visitenkarte geben und hake nach einigen Wochen nach, was denn aus der Sache geworden ist. Passiert nichts, schickst du eine Rechnung hinterher (die Adresse liegt dir ja dann bereits vor). Letzteres ist optional, und es dient eher dazu, dem Abgreifer deutlich zu zeigen, was du von der Sache hältst, frei nach dem Motto:

 

Wer seine versprochene Leistung nicht erbringt, der muss halt zahlen.

 

Egal, wie du dich entscheiden solltest, ob du meinen Rat annimmst oder nicht: Entwickle für dich eine Strategie. Du musst nicht zu skeptisch rangehen und kannst ruhig offen sein. Mitunter steht einfach »nur« die Lokalreporterin vor dir und will halt vorher reinlesen, bevor sie über dein Buch und deine Lesung eine Reportage schreibt. Dann spricht nichts dagegen, ein Buch aus der Hand zu geben. Ich denke, dein Bauchgefühl wird dich warnen, sollte ein echter Abgreifer vor dir stehen.